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Brückengerät (Bw)
- Schlauchbootbrücke -

(schu) - Die Schlauchbootbrücke war eine deutsche Nachkriegsentwicklung. Sie bestand im Überbau und der Aufrüstung vorwiegend aus Aluminium-Teilen. Die Verbindung zwischen den Fahrbahnträgern wurde mit Stoßriegeln hergestellt, diese und andere Kleinteile waren aus Stahl. Viele Teile waren als Hohlkörper ausgebildet und daher schwimmfähig. Fahrbahn und Aufrüstung hatten einen rutschfesten Kunststoffbelag. Als schwimmende Unterstützung dienten die aus gummiertem Gewerbe gefertigten Brückenschlauchboote, die mit einem 75 PS Außenbordmotor (vergleichbar mit dem Außenbordmotor des Sturmbootes) angetrieben werden konnten.

Leichter Kampfpanzer M41 auf Schlauchboot-Fähre
(Foto: Soldat und Technik)

Der Transport des Brückengeräts erfolgte auf geländegängigen 7t Lkws. Pro Gerätesatz waren drei Lkw 7t gl notwendig. Die Gewichte der Einzelteile waren so niedrig, dass das Bewegen und damit der Bau von Hand sichergestellt war. Das Gerät war zudem luftverlastbar, so übte die Bundeswehr beispielsweise das Einfliegen von Brückenteilen mit dem mittleren Transporthubschrauber Bell UH-1 D. Das Fehlen jeglicher Schraubverbindungen erwies sich insbesondere bei Nachtbrückenschlägen als vorteilhaft. Zur Befüllung der Schlauchboote am Einsatzort stand pro Brückensatz ein Füllgebläse zur Verfügung.

Fähre mit Magirus Lkw A6500
(Foto: Soldat und Technik)

Bau von Fähren

Das Brückengerät ermöglichte der Pioniertruppe sowohl den Bau von Schwimmbrücken als auch von Fähren. Aus 10 Satz des Gerätes konnten folgende Fähren gebaut werden:

  • 15 Fähren MLC 16, nutzbare Länge: 9,60 m

  • 10 Fähren MLC 24, nutzbare Länge: 9,60 m

  • 5 Fähren MLC 50, nutzbare Länge: 19,20 m

Außerdem gab es verschiedene Sonderbauweisen, so etwa eine verstärkte Fähre der MLC 50, auf der es im schwachen Strom möglich war, die Panzerschnellbrücke in einer Last überzusetzen. In der Regel musste die Panzerschnellbrücke in zwei getrennten Lasten (Brückenlegepanzer - Panzerbrücke) übergesetzt werden. Ein Pionierzug baute eine Fähre MLC 16 in etwa 45 Minuten. Für die MLC 24 waren etwa 60 und die MLC 50 etwa 90 Minuten erforderlich. Die Bauzeiten variierten je nach Tageszeit, Uferverhältnissen und Feindlage unter Umständen ganz erheblich.

Bau von Brücken

Aus 10 Gerätesätzen ließen sich folgende Brücken bauen:

  • eine Brücke MLC 30 von 144 m Länge,

  • eine Brücke MLC 50 von 96 m Länge.

Zum Bau einer 144 m Brücke MLC 30 oder einer 96 m Brücke MLC 50 benötigte eine Pionierkompanie etwa 5 Stunden. Auch diese Werte waren wie bei den Fähren veränderlich. Auf den Brücken betrug die Höchstgeschwindigkeit für Kraftfahrzeuge 10 km/h. Der Mindestabstand zwischen den Fahrzeugen musste wenigstens 30 m messen. Aus dem Überbau der Schlauchbootbrücke konnten auch Festbrücken gebaut werden. Die nutzbare Länge war dann jedoch auf etwa 8 m begrenzt. Die Höchsttragfähigkeit lag bei MLC 50.

Die Brücken und Fähren wurden in der Regel in Spurbauweise ausgeführt. Auch der Bau in Vollbauweise mit einem durchgehenden Deck war möglich. In der Regel wurde die Schlauchbootbrücke im Strom verankert.

Brückenteil wird eingeschwommen
(Foto: Soldat und Technik)

 

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