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SAS - Special Air Service (UK)
- Im 2. Weltkrieg -

(schu) - 1941 hatte der schottische Offizier David Stirling, der in der britischen No. 8 Commando diente, die Idee, eine kleine, hervorragend motivierte und ausgebildete Spezialeinheit aufzustellen, die in Einsatzgruppen von 4 oder 5 Mann operieren und für Kommandoaufgaben gegen die Truppen der Achsenmächte zur Verfügung stehen sollte. Stirlings Idee stieß bei der britischen Armeeführung auf Widerhall und so begann er mit der Ausbildung von zunächst knapp 100 Kommandosoldaten. Seine Trainingsgruppe firmierte als L Detachment der (noch nicht existierenden) Special Air Service Brigade.

Die Einheitsbezeichnung Special Air Service (SAS) ließ erkennen, in welche Richtung Stirling seine Sondertruppe entwickeln wollte. Sie sollte mit Fallschirmen hinter den feindlichen Linien abgesetzt werden, dort verdeckt operieren, Sabotageakte durchführen oder Feindaufklärung betreiben. Die Fallschirmsprungausbildung nahm daher beim Training der Soldaten einen besonderen Stellenwert ein. Wobei Sprungpraxis (mangels Fluggerät) durch Sprünge von einem schnellfahrenden LKW erworben werden musste.

Zu seiner ersten Misson startete das L Detachment im November 1941. Bedingt durch außergewöhnlich schlechtes Wetter endete die Aktion mit einem Fiasko. Nur 22 der 66 eingesetzten Soldaten überlebten. Mit Unterstützung der Wüstenprofis der LRDG machte man sich an die Auswertung der Einsatzergebnisse, veränderte die Einsatztaktik und benutzte zukünftig die LRDG als "Fähre". Erste Erfolg stellten sich im Dezember 1941 ein. Über eine Entfernung von 350 km griffen zwei SAS-Teams den Achsen-Flugplatz bei Tamit an. Sie zerstörten 24 Flugzeuge und ein Treibstofflager. In den nächsten zwei Wochen folgten Raids gegen weitere Fluplätze und Treibstofflager. Zum Jahresende 1941 standen fast 100 zerstörte Flugzeuge auf der Erfolgsliste. Der Preis für diese Erfolge war allerdings ein hoher Blutzoll, den das L Detachment zu zahlen hatte.

1942 wurde der SAS zu einer militärischen Institution auf den nordafrikanischen Schlachtfeldern. Unter seinem neuen Abzeichen, einem geflügten Schwert, und getreu dem Einheitsmotto "Who dares wins" (Wer wagt, gewinnt) setzte der SAS seine Kommandounternehmen gegen die Streitkräfte der Achse fort. Ab Juni 1942 standen dazu auch eigene Fahrzeuge zur Verfügung. Stirling war es gelungen, 15 Jeeps zu beschaffen, die mit Vickers K Maschinengewehren - üblicherweise in Zwillingslafettierung - bewaffnet waren. Einige Jeeps erhielten später .50 Browning MGs.

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SAS-Jeep in der "Afrika-Ausführung"

Im Herbst 1942 bekam der SAS offiziellen Regimentsstatus (1st Special Air Service Regiment - 1 SAS). Mittlerweile waren auch das griechische "Sacred Squadron" und die "Special Boat Section" (SBS) dem SAS unterstellt worden. Einen schweren Rückschlag für die Entwicklung der 1 SAS stellte die Gefangennahme von David Stirling durch deutsche Truppen im Februar 1943 dar. Sein Stellvertreter Paddy Mayne übernahm das Kommando über den 1 SAS Gleichzeitig wurde die 1 SAS zur "Special Raiding Force" umstrukturiert und die unter dem Kommando von Earl Jellicoe stehende SBS wurde als "Special Boat Service" ausgegliedert. Im April 1943 formierte sich die 2 SAS als weiterer Spezialverband.

Nach der Kapitulation des deutschen Afrikakorps verlegte der SAS von Afrika nach Italien und später nach Nordwest-Europa. Unter den Bedigungen der europäischen Kriegsschauplätze veränderte sie auch das Einsatzspektrum.  In Italien bereitete der SAS die allierten Landeoperationen vor. Besonders effektiv waren aber wiederum seine Operationen hinter den feindlichen Linien.  In Frankreich unterstützte der SAS die Arbeit der Resistance durch gemeinsame Anschläge auf Eisenbahnstrecken und Nachschubwege. Im Rahmen der Operation "Houndsmith" landeten 144 SAS-Männer einschließlich ihrer Jeeps an Fallschirmen in der Nähe von Dijon.

Anfang 1944 wurde nach einer Phase von Umstrukturierungen in Schottland die SAS Brigade, bestehend aus 1 und 2 SAS, zwei französischen Regimentern (3 und 4 SAS), einer belgischen Kompanie (später 5 SAS) sowie einer Fernmeldekompanie, aufgestellt. Gegen Ende des Jahres kämpfte der SAS an nahezu allen Fronten hinter den deutschen Linien. Die Einsätze machten weitere Modifikationen an den Fahrzeugen erforderlich. Hatten die SAS-Jeeps in Nordafrika kaum Windschutzscheiben, so bekamen sie jetzt gepanzerte Frontscheiben und einige Jeeps rüstete man mit Drahtschneider auf der Frontstoßstange aus.

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SAS-Jeeps in der "Europa-Variante"

Obwohl die SAS-Männer in Uniformen der britischen Armee kämpften, wurden sie von Hitler als Partisanten und Saboteure betrachtet. Hitlers Kommandobefehl sah deshalb die sofortige Exekution gefangen genommener SAS-Leute vor.

Mit Ende des zweiten Weltkriegs entschied sich die britische Armee zur Auflösung der SAS-Regimenter. "Privatarmeen" wie der SAS oder die LRDG passten nicht mehr ins Weltbild der englischen Militärs. Doch innerhalb von wenigen Monaten gewann die "SAS-Idee" wieder neue Freunde. Nach dieser kurzen Unterbrechung wurde der SAS neu gegründet. Eine Entscheidung, die sich angesichts der Vielzahl von Einsätzen, die der SAS während des kalten Krieges und bis heute (Rückeroberung der Falkland-Inseln, Scud-Jagd während des Golfkriegs, Einsatz in Afghanistan u.a.) zu absolvieren hatte, als zukunftsweisend erwies.

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